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Quellenhaus des Antoniusbrunnens

1904 erschloss der Mineralwasserfabrikant Erlemeyer die nach seinem Vornamen benannte Antoniusquelle.

Das Wasser aus der Tiefe dieses Brunnens wird von Dr. chem. Lohmann schon damals als vorzügliches Tafelwasser bezeichnet.
Über der Quelle errichtete Erlemeyer noch im selben Jahr ein Haus mit Lagerraum.
Bereits ein Jahr später beginnt er mit dem Verkauf des Mineralwassers. Dieses wird mit Himbeersaft oder Waldmeister gemischt, in Tonkrüge gefüllt und in Holzkisten verpackt. Mit Pferd und Wagen wird die Gastronomie des Umlandes beliefert.

Doch die Geschichte der Germeter Quellen und des Quellenhauses beginnt schon viele Millionen Jahre vor unserer Zeitrechnung und setzt sich bis heute fort….

Im Zeitalter der Donnertiere -dem Eozän-, drang aus den Brüchen der großen Einsenkung zwischen dem Rheinischen Gebirge und dem Harz basaltische Gesteinsschmelze herauf. Es entstanden Vulkane, die das Land mit Asche und Lava überdeckten.
So entsteht ein bedeutendes Bruchsystem am Ostrand des Schiefergebirges. Dort liegt Germete mit seinen Heil- und Mineralquellen.
Noch heute steigt aus diesen tiefen Brüchen die Kohlensäure des früheren Vulkanismus auf. Sie bringt mit dem Wasser die Mineralien an die Oberfläche, die sie auf ihrem langen Weg aus der Tiefe aus den mannigfaltigen Gesteinsschichten löst.

Alsbald erkannten die Menschen den einzigartigen Geschmack und die heilende Wirkung des Wassers, aus einer der ersten Quellen, welche den Namen Sauerbrunnen erhielt. Er liegt vor dem Hause Koch in der Nikolausstraße und ist heute durch eine Betonplatte abgedeckt.

Die ältesten bekannten Aufzeichnungen über das Quellgebiet stammen aus dem Jahre 1679, wo am 1. Februar Stephanus Overgahr, damaliger Abt des Zisterzienser-Klosters zu Hardehausen, auf die Innenseite eines Buchdeckels niederschrieb, dass bei Germete ein Säuerling aus der Erde quelle, der für gar viele Leiden des Unterleibes ein vorzügliches Heilmittel sei.

Im 18. Jahrhundert, wohl bei der Anlage der Mühle und des Mühlenteiches wurde eine neue Sauerquelle entdeckt. Sie liegt gleich hinter der Brücke zum Kurgelände und ist von einer Steinplatte abgedeckt, welche 1966 erneuert wurde.
1857 ging die Quelle in den Besitz des Bauern Peter Berendes über.
Als der Arzt und Sanitätsrat Dr. Dammann den großen Heilwert des Wassers erkannte, gründete er mit Berendes´ Einverständnis eine Genossenschaft. Die Quelle wurde überbaut und eine Wärterin gab das Wasser aus. Im Folgenden veröffentlichte Dr. Dammann erste wissenschaftliche Analysen und Untersuchungen zu den Heilerfolgen des Quellwassers.
Seiner Absicht, Germete zu einem Kurort für leidende Menschen zu machen, setzte sein plötzlicher Tod ein jähes Ende. Die Brunnenanlage verfiel.

1889 ließ der Fabrikant Siller, der das Berendsche Anwesen gekauft hatte, beim Sauerbrunnen die Sillerquelle professionell bohren. Aus einer Tiefe von 45 Metern quillt stark eisenhaltiges, für Badezwecke geeignetes Wasser. Eine Erweiterung der Bohrtiefe auf 250 Meter zur Steigerung des Kohlensäuregehaltes brachte nicht den gewünschten Erfolg.

1903 sorgte Bernhard Fuest für aus dem Hause Nr. 33 (heute Deele) ungewollt für neuen Auftrieb. Beim Besuch eines Wirtshauses im Ruhrgebiet verkündete er angesichts des unverschämt hohen Preises von 10 Pfennig für ein Mineralwasser, dass Selbiges in Germete in deutlich besserer Qualität kostenlos in jeder Menge geschöpft werden könne.

Der zufällig anwesende Mineralwasserfabrikant Erlemeyer hörte dies, fuhr kurzerhand nach Germete, überzeugte sich von der Qualität des Wassers und kaufte ein Grundstück in Nähe des Sauerbrunnnes.

Ab hier beginnt die Geschichte des Quellenhauses der Antoniusquelle.

Neben der Vermarktung des Wassers der Antoniusquelle, erschloss Erlemeyer 1906 durch eine zweite Bohrung die Franziskusquelle, welche als eine der wertvollsten deutschen Heilquellen gilt.
Es wird ihr heilende Wirkung bei Erkrankung von Niere, Blase Harn- und Gallenwegen nachgesagt, auch Stoffwechselerkrankungen, Gicht, Fettsucht, Diabetes, Magenkatarrhe, Hyperazidität und Harnsäure-Diathese werden günstig beeinflusst.

Nach dem Tod von Erlemeyer übernahmen seine Erben, Frau Stark und Frau Gehlen das Mineralwassergeschäft. Sie gründeten 1922 unter Beteiligung der Selterssprudel die Heilquellen Germete GmbH. Geschäftsführer wurde der Kaufmann Hermann Gehlen.

1924 erklärte der Preußische Minister für Volkswohlfart die Franziskusquelle als gemeinnützig im Sinne des Gesetzes.

Schon Im Jahre 1926 kamen die ersten Kurgäste nach Germete.

Zwei Jahre vor Hermann Gehlens Tod wurde 1933 der Ingenieur Wilhelm Schäffer zum Geschäftsführer der Heilquellen Germete bestellt.

1938 erwarb die Selterssprudel GmbH die Sillerquelle und drei Jahre später auch den Restbesitz der Erben Erlemeyers.

Während des Krieges und auch beim Einzug der Amerikaner im Jahr 1945 diente der Keller des Quellenhauses als Luftschutzbunker.

1971 geht Geschäftsführer Wilhelm Schäffer in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Johannes Colli. Dieser zieht mit seiner Familie als Nachmieter in das Quellenhaus Haus ein.

Das Quellenhaus und das Gelände, welche schon seit vielen Jahren durch Produktionsgebäude in der Quellenstraße abgelöst wurden, übernahm 1978 die Stadt Warburg.
Nach dem Auszug von Johannes Colli wurde dieses Haus einige Jahre nicht genutzt.

1993 entschloss man sich im Obergeschoss des Hauses ein Museum einzurichten. Leiter dieses Museums wurde Georg Schaeffer, der in all den Jahren zahlreiches Material aus früheren Zeiten gesammelt hatte. Der Begriff „Brunnenmuseum“ wurde zum gebräuchlichen Namen für das Quellenhaus.  Noch heute befinden sich viele Exponate im Brunnenmuseum, welches für Gäste zur Zeit allerdings nicht zugänglich ist.

Seit 2008 betreibt Michael Hoppe eine klassische Minigolf-Anlage mit Bistro und Sonnenterrasse.

 

 

 

 

 

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