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Rückhaltebecken Teichmühle

Kaum ein Ort im Warburger Land ist in den vergangenen Jahrhunderten so oft vom Hochwasser getroffen worden wie Germete. Immer wieder wurden weite Teile des Dorfes von Diemel und Kälberbach überflutet. Bis zum Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Teichmühle 1977.

Nach verheerenden Hochwasser-Ereignissen von 1965 und 1969 wurde überall überlegt, wie der Schutz verbessert werden kann. Seit 1972/1973 wurde der Ort bereits durch eine 2,7 Kilometer lange Deichanlage vor der Diemel gesichert. Gefahr ging jedoch weiter vom Kälberbach aus, der sich bei starkem Regen zu einem wahren Strom entwickeln kann.
Pläne für das Hochwasserrückhaltebecken Teichmühle aus der Feder des Wasserbauingenieurs Prof. Wolfgang Hartung aus Braunschweig lagen bereits in der Schublade.

Elf Monate lang dauerten die Arbeiten am Regenrückhaltebecken Teichmühle. Sie endeten im Herbst 1977. Foto: Hansestadt Warburg
Beim Bau des Regenrückhaltebeckens 1977 wurden 80.000 Kubikmeter Boden bewegt. Foto: Hansestadt Warburg

 

Im Zuge der kommunalen Neugliederung haben die Entscheidungen aber gedauert. Nach vielen Gesprächen und mit Hilfe politischen Drucks wurde das Bauwerk an der Grenze zu Hessen am 28. Oktober 1977 abgenommen – nach elf Monaten Bauzeit. Knapp zwei Millionen D-Mark wurden investiert. 80.000 Kubikmeter Boden wurden dafür bewegt, 20 Tonnen Stahl und 250 Kubikmeter Beton verbaut.

Etwa zwei Kubikmeter Wasser pro Sekunde führt der Kälberbach an Regentagen – die Menge von etwa zehn Badewannenfüllungen. Der Damm ist theoretisch ausgelegt für ein 5000-jähriges Regenereignis. Dann würden 35 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch den Bach fließen. Ohne das Rückhaltebecken stünde der Ortskern in diesem Fall vollständig unter Wasser – und zwar bei den meisten Häusern im Ortskern bis über die zweite Etage.

Der Damm des Regenrückhaltebeckens Teichmühle reicht sechs Meter tief in die Erde.

Der Damm reicht heute mehr als sechs Meter tief in die Erde und kann im Bedarfsfall so geschlossen werden, dass nahezu kein Wasser mehr durchfließt. Standardmäßig kann der Kälberbach mit einer Höhe von bis zu zehn Zentimetern durch das Bauwerk in Richtung Ort fließen. Ohne dieses Bauwerk würde es in Germete bis heute zu Überschwemmungen kommen. Die Teichmühle ist eine Art Germeter Lebensversicherung.

Das Regenrückhaltebecken Teichmühle bewahrt den Ort Germete, wie im Winter 2020/2021, vorm Hochwasser.

Für die kommenden Jahre sind weitere Investitionen geplant. Konkret und für die meisten direkt sichtbar wird die neue Dammkrone sein. Auf dem gesamten 420 Meter langen und rund fünf Meter hohen Wall soll eine Befestigung aufgebracht werden, damit das Bauwerk im Falle eines Falles auch von Feuerwehrautos befahren werden kann.
Daneben stehen Arbeiten an, die von außen nicht sichtbar sind, aber ebenfalls ins Geld gehen: Beton muss saniert, ein zusätzlicher Rechen soll in den Kälberbach eingelassen, die Dränage, die am Fuß des Dammes zum Ort hin liegt, verbessert werden. Eine Sonde wird eingebaut, die die Zufluss- und Abflussmengen des Kälberbaches misst.

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