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Schützenhalle


Die Germeter Schützenhalle ist die „Gute Stube“ des Schützenvereins und des gesamten Dorfes. Sie gilt als eine der schönsten Hallen in der Region und wird wegen ihres Fachwerk-Flairs besonders gerne für Feste und Veranstaltungen gemietet.

Die Germeter Halle stammt aus dem Jahr 1914, war aber nicht die erste Schützenhalle des Ortes. Früher war es üblich, ein Schützenfest auf einer Deele oder in einer Scheune zu feiern. 1880 errichteten die Germeter Schützen jedoch einen Holzbau mit offenen Fensterlöchern, die mit Klappen verschlossen werden konnten. Dieses einfache Bauwerk war die erste Schützenhalle weit und breit. Sie lag flussaufwärts vor der Diemelbrücke im Bereich des heutigen Schutzdamms und wurde 1909 vom Hochwasser fortgeschwemmt.

1913 erwarb der Schützenverein das Grundstück, auf dem jetzt die Schützenhalle steht, im Tausch gegen einen Teil der Schützenwiese im Bruch, westlich des heutigen Regenrückhaltebeckens. 1914 begann man mit dem Bau einer neuen Halle. Der Rohbau konnte einschließlich der Dacheindeckung noch im Juli des gleichen Jahres vollendet werden, sämtliche Arbeiten führten die Schützen unentgeltlich aus. Die Kosten für das Baumaterial beliefen sich auf rund 6000 Mark. Die Pläne für den Bau stammten vom Germeter Zeichner Heinrich Waldeier.

Der Bauplan der Germeter Halle von 1914 ist erst kürzlich im Warburger Museum im Stern wiederentdeckt worden.

1914 wurde mit dem Bau der Germeter Schützenhalle begonnen.

Der Ausbruch des 1. Weltkriegs setzte den Arbeiten ein vorläufiges Ende. Doch 1919 feierte der Verein das erste Schützenfest in dem neuen Gebäude. 1938 wurde die Halle um eine Toilettenanlage ergänzt. Der 2. Weltkrieg bildete einen weiteren Einschnitt. Im Winter 1940 wurden Soldaten in die Halle einquartiert. Sie verheizten fast alle Tische und Bänke, weil sie nicht frieren wollten. Später nutzte eine Baufirma das Gebäude für die Herstellung von Steinen.

Gegen Ende des Krieges wurden Flüchtlinge in dem Gebäude einquartiert. Im notdürftig umgestalteten Schankraum „wohnte“ eine ausgebombte Familie. Nach ihrem Einmarsch lösten die Alliierten zudem den Verein auf und beschlagnahmten sein Vermögen. Gleichzeitig nahmen sie die Halle in Benutzung. Sie schlugen zwei Linden um und schossen aus Übermut auf die Wetterfahne. Die Einschusslöcher sind heute noch zu sehen.

Durch die Auswirkungen des 2. Weltkriegs fanden in den Jahren 1940 bis 1947 keine Schützenfeste statt. Erst 1948 durfte man wieder ein Heimatfest feiern. Zuvor mussten fehlende Teile des Fußbodens und etliche Tische und Bänke ersetzt werden. Von dem Geld, das der Verein noch besaß, kaufte man ein paar Tannen und verarbeitete sie zu Fußbodenbrettern. Der Vorstand bat die Schützen um Spenden von weiteren Brettern und Balken.

Am 28. August 1951 erhielt der Vorstand nach mehrjährigen Bemühungen das beschlagnahmte Vermögen zurück. Im gleichen Jahr erfolgte auch die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Warburg. 1952 erhielt die Schützenhalle einen ersten Anbau, dessen Innenausbau 1954 in nur sechs Wochen bewältigt wurde. 1959 bauten die Schützen einen Windfang im Eingangsbereich. In den 1960er Jahren folgte eine weitere Erneuerung des Holzfußbodens und 1967 der Anbau eines Sanitärtrakts.

Die heutige Gestalt des Haupthauses besteht seit Anfang der 1970er Jahren. Durch die Ergänzung des Gebäudes in voller Breite war es möglich, die Theke aus der alten Halle in den neuen Teil zu verlegen. Im Februar 1982 drohte die Schützenhalle durch Schneelast einzustürzen. Ein in aller Eile herbeigeschaffter Flaschenzug sorgte vorübergehend für die nötige Querstabilität. Oberleitungsdrähte fixierten den erreichten Zustand und sicherten die Statik.

Die achtziger Jahre brachten dann die größten Modernisierungen, 1982 im Eingangsbeteich und Sanitärtrakt. 1984 bis 1986 folgte die Installation einer Heizungsanlage, der Umbau der
Empore, die Neugestaltung des gesamten Innentaums und 1989 die Erneuerung des Dachs. Anfang der 1990er Jahre kam noch ein Lagerraum für Tische, Stühle und die zerlegbare Bühne an der Ostseite hinzu. 1997 erhielt der Schankraum einen neuen Zapftresen.

Auch die Jahrtausendwende ließ den Verein nicht ruhen. Die Anforderungen an einen modernen Küchenbetrieb führten zu einer kompletten Umgestaltung der Küche einschließlich der Ausstattung mit neuen Geräten. Zug um Zug erfolgte wieder einmal die Erneuerung des Holzfußbodens, die Beheizung der Sanitärräume, die Verlegung einer Regenwasserableitung, die Pflasterung des Schotterwegs an der Nordseite und der Ersatz des undichten Flachdachs über dem Eingangsbereich durch ein Schleppdach.

2015 wurde der Vorplatz der Halle gepflastert.

2011/2012 erneut eine große Investition in die Halle: Die gesamte Toiltettenanlagen wurden neu konzipiert und saniert. Eine Riesenleistung, die in Eigenleistung mit finazieller Unterstützung der Stadt Warburg gestemmt wurde. Zeitgleich wurde die Dämmung über dem Thekenraum erneuert.

2015 wurde der gesamte Vorplatz der Halle neu gestaltet, nachdem die Firma Heil- und Mineralquellen eine angrenzende Wiese zu einem Parkplatz umbebaut hatte. In diesem Zuge wurde auch der Platz hinter der Halle gepflastert und ist seither universell nutzbar.

Trotz der finanziell schwierigen Situation aufgrund derCoronaKrise wird weiter an der Halle gearbeitet. Mit einem Kostenaufwand von mindestens 18.000 Euro werden 2020 drei marode und zugige Holztüren zur Halle und der Außenputz an einem Teil der Halle gegen einen Dämmputz getauscht. Erneut wurde auch in die Heizungsanlage investiert. 2021 stehen Putzarbeiten an der Nordseite an.

 

 

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